Technische Daten :

Objektivart : Lupenobjektiv mit Festbrennweite (Makro 1-5:1, stufenlos mittels Drehring einstellbar )
Brennweitenbereich : 65mm
Offenblende : 1:2,8
Kleinste Blende : 1:16
Naheinstellungsgrenze : ca. 24 Zentimeter (bei 5:1)
Filterdurchmesser : 58mm
Gewicht : 710 Gramm
Abmessungen : 81mm (Durchmesser) / 98mm (Länge)
Fokus : kein AF nur manuell
Bildstabilisator : Nein

Ungefährer Strassen-Preis : ca. 980 € (Stand 2019)

Zum Lieferumfang gehören die beiden üblichen Objektivdeckel und eine passende Stativschelle.

Bild 01
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Bild 03
Bild 04
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Mein persönlicher Erfahrungsbericht :

Um es mal vorweg zu nehmen, es ist neben dem “Laowa 25mm (2,5-5x)” bei Aufnahmen ab dem Ab-bildungsmaßstab von 1:1  fast konkurrenzlos gut in der Abbildungsleistung !

Da es von der Bauweise speziell für nur diese Aufgabe konstruiert wurde und auch nur bei diesen kur-zen Motivabständen funktioniert hat es z.B. vom Kontrastverhalten und Abbildungsqualität so gut wie keine Konkurrenz zu fürchten, bei der Schärfeleistung ist es bei einem ABM von 1:1 ebenfalls einen Tick besser als das “EF 100mm 1:2,8 Macro” !

Etwas ungewöhnlich ist die variierende Auszugslänge des Objektives wenn man grössere Abbildungs-maßstäbe einstellt, es fährt sozusagen einen Tubus aus der nach vorn immer länger wird (zu sehen auf Bild 3, 4 und 5).
Die Einstellung der Schärfe wird hierbei über den Motiv-Abstand geregelt, wobei bei diesen Abbildungs-maßstäben die Frage nach einem Stativ garnicht erst gestellt werden sollte : Stativ ist hierbei Pflicht !

Im gleichen Atemzug sollte auch ein Makroschlitten vorhanden sein da bei grösseren Abbildungs-maßstäben die Schärfe ja per Motivabstand eingestellt werden muss und das geht sozusagen nur im Millimeterbereich !

Die Stativschelle ist bei dem Gewicht von 710 Gramm zwar nicht dringend erforderlich, ist aber wegen der besseren “Ausgewogenheit” und “Balance” bei ausgefahrenem Tubus von Vorteil…..daher nutze ich die Stativschelle eigentlich immer und mache sie auch nie ab.
Da man mit diesem Spezialobjektiv sehr tief in die Makrowelt eindringen und somit auch fantastische Grössen darstellen kann, wäre evtl. auch ein Ringblitz sehr vorteilhaft da ein normaler externer Auf-steckblitz hier nicht ausreicht um ein kleines Motiv gut auszuleuchten……der Grund ist einmal der knappe Motivabstand (da kommt der Aufsteckblitz kaum am oberen Objektivrand vorbei) und des-weiteren wird eine einzelne Lichtquelle schnell harte Schlagschatten am Motiv produzieren, da hat der Ringblitz durch seine gleichmässige “Rundumausleuchtung” hier seine klaren Vorteile in Sachen Aus-leuchtung des Motives.

Möchte man dennoch einen kleinen absichtlichen Schattenwurf am Motiv haben so kann man bei guten Ringblitzsystemen auch die einzelnen Blitzröhren mit unterschiedlichen Leistungen ansteuern um so eine absichtlich gewollte unterschiedliche Ausleuchtung am Motiv zu produzieren da es dann in man-chen Fällen etwas “plastischer” wirkt. Diese einzelne Leistungsansteuerung beim Ringblitz funktioniert jedoch nicht bei den günstigeren Ringblitzsystemen (um die 100 €) die es auf dem Markt gibt !

Es gehört also schon etwas Übung im Umgang mit diesem Objektiv dazu da es bei einem kompletten Aufbau auf einem Stativ, Makroschlitten, Ringblitz, etc. nicht einfach ist mal eben die Position zu wechseln…..da sollte man schon gut vorbereitet an ein bevorstehendes Shooting herangehen und mit dem Motiv erstmal eine günstige Perspektive, Position und auch eine optimale Ausleuchtung heraus-zubekommen.

Die anschliessenden technisch einwandfreien Bilder (wenn man zuvor die korrekten Kameraeinstell-ungen gewählt hat) und die Abbildungsleistung entschädigen dann aber wieder den ganzen Aufwand.

 

Mein FAZIT :

Ist nun wirklich kein Objektiv für den alltäglichen Gebrauch da es nur für Makroaufnahmen ab 1:1 und grösser zu verwenden ist, Portraits oder andere Aufnahmen im “Normalbereich” wie man sie mit gän-gigen Makroobjektiven machen kann sind hiermit nicht möglich !
Für Fans und Freunde der Makrowelten die auch gern mal tiefer in die Welt des Makrokosmos vor-dringen wollen als nur bei einem Abbildungsmaßstab von 1:1 oder gar mit Zwischenringen mit denen man bis ca. 3:1 erreichen kann, für diese Leute ist das Lupenobjektiv sehr zu empfehlen.

Durch den relativ hohen Preis und dem gegenüber sehr eingeschränktem Einsatzbereich ist es auch keine Alternative zu einer “Zwischenringlösung mit vorhandenen Objektiven”, eher für Profis oder eingefleischten Makrofreaks die keine Kompromisse in Sachen Qualität und Abbildungsleistung eingehen möchten.