Hallo Leute,

möchte Euch hier die Bedienung und die Einstellungsmöglichkeiten des automatischen Stackschlittens “Castel-Micro” von Novoflex demonstrieren 😉

Die folgende Anleitung bezieht sich auf den Modus “Step” des Castel-Micro, das ist der Modus der beim Stacken vermutlich zu 90% gewählt wird, die anderen Modi “Picture”, “Continous” und “Bellows” haben bei mir noch keine Verwendung gefunden.

Modus “Step” : Hier werden die Abstandsschritte, sowie Start- und Endpunkt vorgegeben (Spiegelvorauslöung wird ggf. auch berücksichtigt)

Modus “Picture” : Hier werden die gewünschte Einzelbildanzahl, sowie Start- und Endpunkt vorgegeben (Spiegelvorauslöung wird ggf. auch berücksichtigt)

Modus “Continous” : Hier wird die “Schlittenfahrt” für die Aufnahmen nicht angehalten sondern beim kontinuierlichen Durchfahren werden die Bilder automatisch ausgelöst, eignet sich nur für schnelle Belichtungszeiten und Blitzeinsatz

Modus “Bellows” : Ist für einen Balgenaufsatz konzipiert, dazu bewegt der Schlitten die Kamerastandarte um einen Stapel unterschiedlich fokussierte Aufnahmen zu erstellen


Kurze Technik-Infos :
Das ganze System kann mit Kameras samt Objektive bis ca. 4kg belastet werden, der kleinste
einstellbare Abstandsschritt beträgt 0,2 Mikrometer (0,0002mm) und die präzisions-kugelgelagerte Führungsschiene ist lt. Hersteller praktisch “spielfrei”.


Geliefert wird das ganze Set in einer Nylontasche.

 

 

 

Der Inhalt : Controller, Stackschlitten, Netzkabel, Netzwerkkabel und Bedienungsanleitung.

 




Aus der Tasche herausgenommen (die Adapterplatte unter dem Controller ist von mir und nicht im Lieferumfang).




Das ganze System kann auch draussen (outdoor) betrieben werden, dazu gibt es auf der Rückseite des Controllers zwei passende Aufnahmeboxen für Kameraakkus von Canon (LP-E6), wobei man nicht unbedingt 2 Akkus benötigt, es funktioniert auch mit nur einem Akku !

 


Zuhause im Studio verwende ich natürlich das dazugehörige Netzkabel.

So sieht das ganze Setup zu Hause im Studio aus, das mitgelieferte Netzwerkkabel dient nur als Verbindung vom Controller zum Stackschlitten und kann notfalls auch durch ein anderes handelsübliches Netzwerkkabel ersetzt werden. Zusätzlich benötigt man noch die Verbindung vom Stackschlitten zur Kamera damit der Auslösevorgang automatisch vom Controller gesteuert werden kann. Das Kameraverbindungskabel muss auf der einen Seite ein 2,5mm Klinkenstecker sein damit es in den Stackschlitten passt !

 


Los gehts :

Ist das Motiv passend vor der Kamera ausgerichtet, die Aufnahmeparameter in der Kamera (Blende, Belichtungszeit, ISO, etc.) richtig eingestellt, kann die Einstellung am Controller erfolgen…

Wird der Controller mit Akkus betrieben muss man zum Ein- oder Ausschalten den grossen blauen Drehknopf auf der Frontseite etwas länger gedrückt halten. Sobald aber die Stromversorgung mit dem Netzkabel zum Controller hergestellt wird begrüsst uns der Bildschirm dann mit folgender Meldung :

 

 

Zum Kalibrieren einfach das blaue Feld durchgehend gedrückt halten (das Display ist ein Touchscreen).
Jetzt fährt der Stackschlitten komplett zurück und wieder ein kurzes Stück vor, anschliessend quittiert das Display mit einem Häkchen die Meldung das erfolgreich kalibriert wurde und man kann den Finger vom Display nehmen.

Nun haben wir folgende Auswahlmöglichkeiten :

 

 

Für das Stacken verwenden wir “Step” und drücken einmal auf das entsprechende Feld.
Auf folgendem Bildschirm (obere Zeile CAMERA) können wir nun die Einstellungen für die “Pausen” zwischen den Einzelbildern vornehmen :

 


“Delay” (über Touchscreen) – bedeutet hierbei die Wartezeit nachdem der Schlitten die Fahrt gestoppt hat bis zum Auslösen der Bildes. Hier muss man experimentieren, anfangs habe ich mit 1 Sekunde gearbeitet, mittlerweile habe ich nach einigen Tests die Zeit schon auf 0,6 Sekunden verkürzt weil sich bei diesem hochwertigen System nach Stoppen des Schlittens kaum etwas “beruhigen” muss….zumindest bei Abbildungsmaßstäben von 1:1 bis 5:1 funktioniert es sehr gut, hat man noch grössere ABM´s wie z.B. 20:1 sollte man vielleicht doch noch etwas mehr Zeit nach jedem “Step” einkalkulieren.

 

 

“Mirror up” (über Touchscreen) – hier kann man einen Haken setzen wenn man mit Spiegelvorauslösung (in der Kamera) arbeitet. Im LiveViewmodus entfällt der Spiegelschlag natürlich und bei spiegellosen Kameras kann man natürlich auch darauf verzichten.
Ist der Haken allerdings gesetzt erscheint noch ein zusätzliches Auswahlfeld “Delay Mup” wo man noch die Pause zwischen Spiegelvorauslösung und Belichtung einstellen kann.

“Shutter Speed” (geht nur über den blauen Drehknopf einzustellen) – hier kann die Wartezeit nach dem Auslösen des Bildes eingestellt werden bevor der Schlitten weiterfährt, d.h. wenn in der Kamera die Einzelbilder mit einer Belichtungszeit von 1/2 Sekunde oder länger eingestellt sind (schlechte Lichtverhältnisse, o.ä.), muss die hier eingestellte Zeit etwas länger sein damit der Schlitten nicht weiterfährt bevor die Belichtung abgeschlossen ist ! Auch bei älteren Kameras die die gerade ausgelösten Bilder nicht ganz so schnell auf die (vielleicht langsame) Speicherkarte schreiben kann und/oder der Pufferspeicher nicht so gross ist, kann durchaus etwas mehr Zeit benötigt werden bis nach dem Auslösen ein Bild fertig abgespeichert ist.
Bei modernen Kameras mit schneller Bildserienfolge, grossem Pufferspeicher und schneller Speicherkarte kann man hier getrost auf unter 1 Sekunde gehen. Bei meinen üblichen Belichtungszeiten von ca. 1/100 Sekunden und der Sony a7RIII kann ich hier getrost ca. 0,6 Sekunden einstellen, das erspart bei sehr grossen Stacks mit Bilderserien von über 300 einiges an Wartezeit !

 

 

“Load Settings” (über Touchscreen) – hier können solche zuvor eingestellte Parameter abgerufen werden falls man ein identisches Motiv unter gleichen Bedingungen noch einmal Stacken möchte ohne die ganzen Einstellungen nochmals eingeben zu müssen.

Weiter gehts durch das Tippen in der oberne Zeile auf “Settings”, hier legen wir z.B. den Start- und Endpunkt der “Schlittenfahrt” fest und auch die einzelnen Abstandsschritte in Millimeter.

 


Um den Startpunkt festzulegen tippen wir mit dem Finger auf “Start”, nun färbt sich das Feld blau und wir können unten mit den beiden grossen schwarzen Pfeiltasten (links und rechts) manuell den Schlitten bewegen. Für grössere Wege kann man entweder sehr schnell “fahren” (graues Feld mit den 3 kleinen Pfeilen) oder auch ganz langsam (graues Feld mit dem kleinen einzelnen Pfeil) den Startpunkt am Motiv suchen. Alternativ und für feineres Suchen eines Punktes kann man auch den grossen blauen Drehknopf betätigen (drehen).

 

 

Startpunkt gefunden :

 

 

Ist der Startpunkt gefunden (z.B. vorderste Spitze eines Insektenfühlers), benötigen wir nun noch den Endpunkt bis wohin der Schlitten durch das Motiv fährt um den letzten scharfen Bereich am Motiv zu finden. Dazu einfach mit dem Finger auf “End” drücken und das Feld ist nun blau unterlegt, jetzt wieder mit den grossen Pfeiltasten durch das Motiv fahren (je nach Motivgrösse schnell oder langsam) um den Endpunkt zu suchen wo das letzte Einzelbild des Stacks ausgelöst werden soll. Dies kann alternativ und genauer natürlich auch wieder mit dem blauen Drehknopf erfolgen.

 

 

Endpunkt gefunden :

 

 

Ist nun auch der Endpunkt gefunden und somit festgelegt, zeigt das Display automatisch schon die Koordinaten und die zurückzulegende Distanz (Dist.) des Schlittens an.
Zur Kontrolle kann man auch auf die grauen Felder die jeweils rechts neben “Start” und “End” zu sehen sind drücken, dann fährt der Schlitten jeweils einmal zu den angetippten Punkten, bzw. Koordinaten hin.
Jetzt fehlt nur noch die Eingabe der einzelnen Abstandsschritte. Dazu einfach auf das blaue Feld mit den Nullen (0,0000) drücken und man gelangt zu diesem Bildschirm :

 

 

Jetzt tippen wir einfach auf “CLR” um die Zifferneingabe vorzunehmen. Hat man sich vertippt, einfach auf “DEL” oder “CLR” tippen um die Eingabe zu korrigieren.

Abstandsschritt von 0,013mm

 

 

Hat man den Abstandsschritt nun in Millimetern eingegeben tippt man einfach auf “OK” und man gelangt zurück zum “Setting” Bildschirm, nur das nun die einzelnen Abstandsschritte in mm und die benötigte Anzahl der Einzelbilder “Shot” neben dem blauen Kästchen stehen die für diesen Stack benötigt werden.

Bevor der Stackvorgang in der oberen Zeile bei “Stacking” nun gestartet werden kann, noch ein Tip von mir :

Die “Fahr-Geschwindigkeit” des Schlittens während des Stackvorgangs ist auch abhängig von der zuvor eingestellten Schlittengeschwindigkeit die man bei der Suche nach dem Start- und Endpunkt verwendet hatte. Das heisst wenn der Stackvorgang bei kleinerem ABM wie z.B. 1:1 oder 2:1 erfolgt, kann die Geschwindigkeitseinstellung ruhig auf “schnell” (die drei Pfeile) stehen, die momentan eingestellte Geschwindigkeit ist dann auch blau unterlegt. Wird der Stack bei sehr grossem ABM gemacht (10:1 oder mehr) und/oder der Tisch und Unterlage des ganzen Systems nicht sehr stabil, sollte eher der einzelne kleine Pfeil (langsam) eingestellt sein damit die häufigen Brems- und Beschleunigungsvorgänge des Schlittens nicht eventuell minimale Unschärfen in den Einzelbildern hervorrufen können !

 

 

Um den Stackvorgang zu Starten tippen wir jetzt einfach oben in der Zeile auf “Stacking” und sehen folgenden Bildschirm :

 

 

Hier können wir nur noch einen eventuell nötigen Countdown einstellen wenn wir z.B. vor dem Start des Stackvorgangs den Raum verlassen wollen um auf Parkett- oder anderen vibrationsanfälligen Böden keine Erschütterungen auszulösen !
Der Laie oder Unwissende schmunzelt vielleicht über soetwas, hat aber vermutlich noch nie auf dem LiveView-Display der Kamera bei einem ABM von 5:1 das Motiv nicht stark wackeln sehen, bzw. was es für starke Bewegungen sein können wenn man auf dem Laminatboden nur mal den Fuss mal leicht aufsetzt oder sich vom Stuhl hochbewegt !!!
Selbst Strassenbauarbeiten die ca. 60 Meter entfernt vom Haus stattfinden konnte ich schon am Motiv bei einem ABM von 5:1 auf dem LiveView-Display erkennen, jedesmal wenn die Baggerschaufel wieder in die Grube fuhr um eine neue Ladung Erde herauszuholen hat der Fliegenkopf im Takt der Baggerschaufel getanzt (kein Witz) !

Bei “Save Settings” können wir die ganzen zuvor eingestellten Parameter abspeichern falls wir nochmal ein identisches oder ähnliches Motiv stacken wollen.

Jetzt können wir nur noch auf den grün unterlegten Pfeil unten links tippen um den Stackvorgang automatisch zu starten.
Falls der Schlitten nicht in der Startposition stand, fährt er nun zum Startpunkt und beginnt den Vorgang vollautomatisch.
Während der Stackvorgang läuft werden in Echtzeit die Parameter “Position, Delay und Shots” angezeigt, und unten noch die verbelibende Zeit des kompletten Stackvorgangs in Minuten (Duration).

Wir könnten nun jederzeit den Vorgang mit Tippen auf die rot unterlegte Stopptaste vorzeitig beenden falls irgendetwas nicht stimmt, man etwas vergessen hat oder irgendeinen Wert verändern möchte !

 

 

Sobald man nach dem Stoppen wieder auf den grün unterlegten Pfeil tippt, beginnt der Vorgang wieder vollautomatisch von vorn.

So, das war es ersteinmal, hoffe ich habe nichts vergessen 😁