Meine persönliche Meinung zu den einzelnen Hilfsmitteln :

Nahlinsen verwende ich grundsätzlich nicht da ich der Meinung bin das sich hierbei die Qualität der Abbildungsleistung verschlechtern kann, hierbei wird schliesslich ein weiteres Glas vor die Linse geschraubt.

Da ich Zwischenringe besitze habe ich mir bisher auch noch kein Balgengerät zugelegt weil es letzendlich vom Prinzip her dasselbe ist nur das die Kamera mit Zwischenringen besser  in der Handhabung abschneidet.
Im Gegensatz zu Nahlinsen verschlechtert sich bei der Verwendung von Zwischenringen (oder Balgen-gerät) die Abbildungsqualität nicht da kein zusätzliches Glas oder Linse verwendet wird, hier wird lediglich der Abstand zwischen Kamerasensor und Objektiv vergrössert was letztendlich auch den Abbildungsmaßstab vergrössert.
 

Der Nachteil bei Zwischenringen : Je nach Anzahl, bzw. Länge der Zwischenringe gibt es starke Ab-schattungen an den Bildrändern (Vignettierung) die mit steigender Millimeterzahl immer ausgeprägter wird. Ausserdem trifft weniger Licht auf den Bildsensor, was die Belichtungszeit verlängert.

Beim Retroadapter wird das Objektiv einfach verkehrtherum an die Kamera angeschlossen was erstmal sehr gewöhnungsbedürftig aussieht !
Damit sind dann aber auch sehr grosse Abbildungsmaßstäbe möglich (ca. 3:1 bis 7:1) !

Auch verhält es sich hierbei mit der Brennweitenangabe auch verkehrtherum, hier gilt : Je weniger Millimeter Brennweite desto grösser wird der Abbildungsmaßstab !

Mit einem Kit-Objektiv (meist 18-55mm) sind mit dem passenden Retroadapter (z.B. 58mm Filter-durchmesser) und bei 18mm Brennweite Abbildungsmaßstäbe von ca. 5:1 möglich, mit meinem Tokina-Ultraweitwinkelobjektiv (12-24mm) ist bei 12mm Brennweite sogar ein ABM von ca. 6-7:1 möglich, wo-bei die Abbildungsleistung hierbei natürlich nicht mit einem echten Makroobjektiv zu vergleichen ist da die Verwendung mit Retroadaptern nur mit Einschränkungen möglich ist.

Zu diesen Einschränkungen (mit dem Retroadapter) zählt :

– der Lichtverlust (durch die sehr kleine Linsen-Öffnung kommt viel weniger Licht auf den Kamerasensor)

– der fehlende Autofokus (hier kann man i.d.R. nur noch manuell Fokussieren da die Kamera kein Kontakt mehr zum Objektiv hat) *1

– keine Blendenwahl mehr (man fotografiert i.d.R. nur noch mit der jeweiligen Offenblende des Ob-jektives da die Kamera keinen Kontakt mehr zum Objektiv hat) *2


*1 Mittlerweile gibt es auch Retroadapter mit Kontakten zur Kamera
 
*2 Den letzten Punkt mit der Blendenwahl kann man allerdings mit einem kleinen “Trick” umgehen !

Hierfür das Objektiv normal (ohne Retroadapter) an die Kamera anschliessen und die gewünschte Blen-de wählen, dann die Schärfentiefeprüftaste an der Kamera drücken und gedrückthalten sodass die Blende im Objektiv “zufährt”, nun bei gedrückter Schärfentiefeprüftaste das Objektiv von der Kamera lösen (etwas fummelig), nun kann man natürlich die Schärfentiefeprüftaste wieder loslassen und das Objektiv mit dem Retroadapter verkehrtherum an die Kamera anschliessen wobei jetzt im Objektiv die Blende noch immer auf die gewünschte Blendenzahl geschlossen/zugefahren ist.